DEZEMBER

OKKA-ESTHER HUNGERBÜHLER

 LAUFZEIT 3. BIS 29. DEZEMBER 2016

 

 

 

Die Einladung zu Okka-Esther Hungerbühlers Ausstellung zeigt eine Zeichnung mit dem Titel „Zwei Mikrofone“ mit zwei Figuren, die an verkleidete Mikrofonständer erinnern und die auf einer Art Bühne zu stehen scheinen. Beide Figuren scheinen sich zueinander zu verhalten, wobei die eine einen Schnabel und einen Hut hat und die andere eine traurige oder schüchterne Blume zu sein scheint.

 

Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Stockwerke. Im Basement zeigt Okka-Esther Hungerbühler eine Skulpturenzusammenstellung mit dem Titel „Gartenparty“, die aus umgestalteten Stehlampen und Discokugeln besteht, die selbst zu Partygästen werden. Im Erdgeschoß zeit sie malerische Arbeiten mit Titeln wie „Leere Bar von oben“, „Leeres Restaurant von oben“ zeigen. Leere Räume, die normalerweise für Zusammenkünfte von Menschen gedacht sind, aus der Perspektive einer Überwachungskamera. 

 

Hierzu stellt sie ihre teilweise robotisierten und mit Kameras oder Sensoren ausgestatteten Skulpturen wie „der Esel“ die tierhafte oder zumindest wesenhafte Züge haben und sich zueinander oder zum Betrachter verhalten und auf einer improvisierten Bühne präsentiert werden. „Dieser Esel ist ein Roboter. Alle paar Minuten bewegt er seinen Kopf und schaut langsam über die linke Schulter zurück und wieder nach vorne.“ Okka-Esther Hungerbühler verwendet bewusst "Bastelmaterial" wie Klebefolie oder Pfeifenputzer und Zeitungspapier, mit dem sie Ihren Skulpturen Volumen verleiht. 

 

Okka-Esther Hungerbühler (geboren 1988) ist Deutsch/Schweizerische Staatsbürgerin und lebt und arbeitet in Berlin. Von 2010 bis 2016 studierte sie in der Klasse von Thomas Zipp. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Galerie Gabriele Senn in Wien (2016), in den Kunstsälen Berlin (2016), bei Ashley Berlin (2015), im MuMoK Wien (2014), in der Galerie Cruise und Callas in Berlin (2014), in der Kunsthalle Galapagos in New York (2014) und in der Galerie Hidari Zingaro in Berlin und Tokio (2013) gezeigt. Im Jahr 2014 wurde sie mit dem Berlin Art Prize ausgezeichnet. 

 

 

NOVEMBER

CHEEK TO CHEEK

LAUFZEIT 5. BIS 25. NOVEMBER 2016

 

 

 

"Wange an Wange" oder besser, wie in unserem Fall "Wand an Wand", präsentieren die Künstler Janus Hochgesand, Daniel Hörner und Anna Slobodnik ihre neuesten Arbeiten in der Galerie 7TÜREN.

 

Janus Hochgesand hat Bildhauerei studiert. Zunächst an der Kunstakademie Karlsruhe bei Andreas Slominski, dann an der Städelschule in Frankfurt bei Tobias Rehberger, dessen Meisterschüler er war. Stipendien führten ihn unter anderem nach Mexico City und an die Cité Internationale des Arts in Paris. Seine Plastiken zeigte er vielfach im In- und Ausland. Seit 2014 widmet er sich der Malerei und bringt Farbe in unterschiedlichen Zuständen auf den Bildgrund: mal dick und pastos, mal lasierend oder als Farbstaub aufgesprüht. Seine neuesten Arbeiten führen ihn zu einem neuen, expressiven Malduktus, der naturalistische Anklänge besitzt.

 

Daniel Hörner, geb. 1978 absolvierte sein Studium der Freien Kunst bei Professor Ludger Gerdes an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. In seiner neusten Werkgruppe öffnet er die Begrenzung des Bildes, seine Flächen entwickeln eine vielschichtige, räumliche Tiefe. Verwischungen kreieren Lichtmomente. Farbebenen, Linien, Schnitte, Schatten überlagern, unterwandern und begegnen einander und schaffen neue Perspektiven.

 

Anna Slobodnik, geb. 1990 in Moskau, studierte als Meisterschülerin bei Professor Mark Lammert an der Universität der Künste in Berlin Malerei und beendete dieses Studium mit einem Master. Sie erhielt den Preis der Schulz-Stübner-Stiftung und beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Mustern und Tapeten und der Fragestellung was passiert wenn die Tapete nicht nur den Raum füllt, sondern dieser sie umschließt.

OKTOBER

GUT VOM VERHALTEN HER

LAUFZEIT 7. BIS 28. OKTOBER 2016

 

 

 

Der Titel ist hier Programm. In dieser Ausstellung der beiden jungen Malerinnen Lydia Balke und Laura Link aus Hamburg gibt es Bilder, wie sie heute nicht mehr oft zu sehen sind. Die Malerei zeigt sich als ein direktes, ernstes und entschiedenes Bekenntnis zum klassischen, gegenständlichen Kunstbegriff, der sich in der heutigen Lebensrealität verortet, indem er die Konfrontation sucht. 

 

 

Hier ist nicht die Kunstmeile und auch nicht das MoMA.

Hier ist es nicht schick.

Hier herrscht kein Leinenzwang.

Hier ist die Provinz.

Provinziell ist das neue Urban.

 

Es ist kein Event.

Es gibt weder Performance noch Happening.

Es braucht keinen White Cube.

Es ist Beton.

Betonieren ist das neue Referenzieren.

 

Wir sind nicht hip.

Wir sind nicht die Topseller.

Wir machen keine Deko.

Wir meinen es ernst.

Dogmatisch ist das neue Vermittelbar.

 

Das ist gut vom Verhalten her.

 

Das ist Malerei.

SEPTEMBER

CRUSH ON YOU

LAUFZEIT 9. BIS 30. SEPTEMBER 2016

 

 

 

"Henrik Eiben rief und seine Freunde kamen", diesem Ansatz folgt unsere September-Ausstellung. Henrik Eiben hinterfragt mit seinen vielschichtigen Arbeiten den Formenkanon der Minimal Art auf subtile und zugleich leichtfüßige Weise. Seine Kompositionen zeugen von einem außerordentlichen Feingefühl für Form, Farbe und Material und reichen von der raumgreifenden Aluminiumskulptur bis zur feinen Papierarbeit.

 

Ursprünglich von der Malerei kommend, haben sich seine Arbeiten in den dreidimensionalen Raum entwickelt. Einzig der Aquarellmalerei widmete er sich über alle Jahre hinweg. Für ihn ist sie sein "Lab" in dem er forscht und experimentiert. Über diese Werkgruppe erschließt sich dem Betrachter deshalb der persönlichste Einblick in sein Schaffen. Henrik Eiben, 1975 in Tokyo geboren, absolvierte sein Studium an der Academy of Visual Arts and Design, Enschede (1997 bis 2002), am Maryland Institute College of Art in Baltimore (2001) sowie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Silvia Bächli (2002 bis 2004). Seine Arbeiten wurden bislang in zahlreichen Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt und befinden sich in verschiedenen öffentlichen Sammlungen. Im Frühjahr diesen Jahres präsentierte er seine Arbeiten auf der Art Cologne im Rahmen der Sonderschau "New Positions".

 

Sowohl Janus Hochgesand´s wie auch Lukasz Furs Arbeitsprozesse verliefen entgegengesetzt. Beide arbeiteten zunächst installativ, beziehen sich aber in der letzten Zeit zunehmend auf die "plane Fläche".  Lukasz Furs Arbeiten sind geprägt von Gegenständen des täglichen Lebens, des Vandalismus und tragen Bezüge zur Kunstproduktion in sich. Er arbeitet medienüber-greifend mit einem konzeptionellen Ansatz. Sein Werk zeigt nie die komplette Struktur. Indem er die Mehrdeutigkeit und Herkunft durch Kopien und Variationen examiniert, versucht er eine große Anzahl von Gegenständen in einer vielschichtigen Art und Weise Geltung zu verschaffen. Furs studierte von 2006 - 2015 freie Kunst bei Professor Anselm Reyle an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, welches er 2015 mit Diplom abschloss.

 

Janus Hochgesand hat Bildhauerei studiert. Zunächst an der Kunstakademie Karlsruhe bei Andreas Slominski, dann an der Städelschule in Frankfurt bei Tobias Rehberger, dessen Meisterschüler er war. Stipendien führten ihn unter anderem an die Esmeralda Escuela Nacional de Pintura, Escultura y Grabado in Mexico City und an die Cité Internationale des Arts in Paris. Seine installativen Plastiken zeigte er in mehreren Ausstellungen im In- und Ausland.

 

Seit 2014 widmet er sich der Malerei und untersucht dabei die Eigenschaften der einzelnen Materialien, bringt Farbe in unterschiedlichen Zuständen auf den Bildgrund: mal dick und pastos, mal lasierend oder als Farbstaub aufgesprüht. Er experimentiert mit verschiedenen Trägermaterialien, mengt Sand unter, legt die Leinwand auf den Boden und verteilt die Farben indem er spachtelt, rakelt, wischt, spritzt und schüttet. So entstehen spannungsreiche Gemälde, bei denen Zartes und Flüchtiges wie Pigmentstaub mit postosen breitpinseligen Farbflächen, gedeckte Erdtöne mit lebhaften Farbtönen kontrastieren.

JULI - AUGUST

TURN OF PLENTY

LAUFZEIT 10. JULI BIS 6. AUGUST 2016

 

Mit TURN OF PLENTY präsentiert die Galerie die Arbeiten von Tanja Hehmann und Dirk Springmann in einer Gemeinschaftsausstellung. Beide Künstler setzen sich mit dem gelebten Raum, einer anderen, offeneren Definition von Raum, die nicht dem geometrischen Raum entspricht, auseinander.

 

TANJA HEHMANN vereint in ihrer Malerei zwei gegensätzliche Welten. Ausgehend von Farbschüttungen erzeugt sie raumgreifende, geradezu explodierende, mysteriöse Zustände. Die so entstandenen „Atmosphären" besitzen eine fast unwirkliche Leuchtkraft und Tiefgründigkeit. 

 

Diesen flüchtigen, materiellen „Nullzuständen“ setzt die Malerin ein Korrelat in Form klar konstruierter und rationaler Räume entgegen. Spiegelungen und Raumöffnungen erzeugen ein teilweise surreales Raumgefühl. Aus diesem nicht auflösbar scheinenden Spannungsfeld leben Tanja Hehmanns offene, kühn anmutende Sehnsuchtsorte.

 

Als Betrachter glaubt man so den Geist der Romantik zu spüren und fühlt sich hier insbesondere an den Maler Caspar David Friedrich erinnert. Auch Bezüge zu Werken des Surrealisten Max Ernst wie auch Anklänge an die Futuristen tun sich auf. Bei all diesen Referenzen behalten die Arbeiten von Tanja Hehmann jedoch ihren eigenen, unverwechselbaren Stil.

 

DIRK SPRINGMANN: Sein Arbeitsansatz beschäftigen sich mit dem Individuum in einer medial komplexer werdenden Umwelt und folgt dabei der persönlichen Spur durch schwer durchschaubare, sich überlagernde Systeme.

 

Seine Werke können als neuartige Realitäts-Konstruktionen und Verknüpfungen gelesen werden, als vorübergehende Gewissheiten und Einstiegspunkte für Narrationen. Dabei spielen Verknüpfungen eine wichtige Rolle und bilden netzartige Strukturen mit unerwarteten Variablen.

 

Sein Arbeitsansatz beschäftigt sich grundsätzlich mit Fragen der Repräsentation, mit Zeichen, die zu Symbolen werden und dadurch Reaktionen provozieren, mehr oder weniger abstrakt, kritisch bis amüsiert. Allzu feste Deutungsmuster werden kontrastiert, aufgehebelt und wieder neu zusammengefügt. 

JUNI

TWIN SET   PART II  RÜTTELBILDER

LAUFZEIT 4. JUNI BIS 30. JUNI 2016

 

MAI

TWIN SET   PART I  SAMBAELEPHANT & CASTLE

LAUFZEIT 7. MAI BIS 3. JUNI 2016

 

Mit „Twin Set“ präsentiert die Galerie erstmals eine „Doppel-“Ausstellung mit zwei aufeinander folgenden Einzelshows des Malers Martin Scholten. 

 

PART I zeigt eine Auswahl seiner Werkgruppe „Sambaelephant & Castle“, die 2004 in einer komprimierten, spontanen zweiwöchigen Arbeitssession entstand und deren Themenkanon den Maler bis heute beschäftigt. Vor allem die diese Serie bestimmende Freiheit ist noch deutlich spürbar. Der Titel der Werkgruppe nimmt Bezug auf einen Verkehrsknotenpunkt in London mit dem Namen Elephant & Castle, eine Kreuzung von fünf Hauptstraßen. 

 

Scholtens künstlerische Intention liegt in der Reduktion seiner Umwelt, seiner Ideen. Dies spiegelt sich auch in seiner Technik wieder. Der Pinsel wird nur selten eingesetzt. Seine Linien entstehen, indem er den Malflaschenhals direkt auf die Leinwand aufsetzt und dabei aufeinanderstoßende, sich kreuzende komplexe, dynamische Spuren hinterlässt. Zeit wird hierbei zu einem wichtigen Faktor. Akzente setzt Scholten mit Verwischungen, Pastell oder Bleistift. Er erforscht das Unerreichbare, das nicht Fassbare auf der Grenze zwischen Ratio und  Emotion. 

 

PART II widmet sich seinen „Rüttelbildern“, die auf Elementen der Werkgruppe „Sambaelephant & Castle“ aufbauen. Scholten bediente sich hier verschiedener Maschinen wie einem von Buchbindern verwendeten Rütteltisch und einer Rührmaschine, die in der industriellen Fertigung Verwendung findet. An diese Geräte montierte er Pastellkreide oder acrylgetränkte Pinsel und überließ das Handeln den Maschinen. 

 

Nur durch leichtes Verschieben der Malgründe griff er in den mechanischen Prozess ein. So entstanden rhythmische Linienführungen, die sich frei auf den Bildgründen bewegen und dabei zarteste bis dramatisch ausufernde Strichführungen ausbilden. Dem Prozess gingen lange konzentrierte Vorbereitungen voraus. Der Maler selbst spricht hier von der „Schönheit der Technik“.

 

Martin Scholten (* 1967) schloss sein Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Prof. Olav Christopher Jenssen 2004 mit Diplom ab. Neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zeigte der Kunstverein Glückstadt 2015 eine große Retrospektive seiner Arbeiten im Palais für aktuelle Kunst, zu der auch ein reich bebilderter Katalog im Textem Verlag erschien.

APRIL

RESET

LAUFZEIT 2. APRIL  BIS 23. APRIL 2016

 

 

 

Der jüngste Vertreter der Duisburger Künstlerdynastie Hoffmann, Tobias Hoffmann, alias Tobimann, zeigt seine Werkgruppe "RESET".

 

Bei dieser Ausstellung steht das gemalte Bild im Mittelpunkt. Keine Vita, keine Ausstellungsnachweise  soll den Blick auf das Werk verstellen - das ist die Grundidee von "RESET".

 

Daneben stellt der Maler die Frage nach dem Verstreichen der Zeit. In diesem Sinne ist auch das Symbol des Kassettenrecorders, der per Reset-Taste auf einen definierten Anfangszustand zurückgesetzt wird, zu lesen. Erforderlich wird dieser Vorgang, wenn ein (elektronisches) System nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert oder auf die üblichen Eingaben nicht mehr reagiert. Dahinter verbirgt sich der Wunsch nach einem Neustart unserer informationsüberfrachteten Lebenswelt wie auch die Frage nach dem Heute und dem Gestern.

 

Die Werke des 44-jährigen Osnabrücker Künstler entstehen in mehreren Arbeitsschritten. Zunächst verspachtelt er seine aus Holzplatten und Leinwand bestehenden Malgründe mit einer pastosen Farbmasse. In einem weiteren Schritt wird diese Farbmasse mit Schwämmen partiell aus- und verwischt. Weitere Farbschichten werden aufgetragen, gekratzt, verwischt, gespachtelt. Alle diese Arbeitsschritte erzeugen eine besonders tiefgründige Lebendigkeit und Leuchtkraft der zum Teil reliefartig aufgetragenen Farben. Als Werkzeuge dienen dem Künstler hierbei Schwämme, Pinsel, Spachtel wie auch seine Hände.

 

Als Motive finden sich in seinen Bilder neben dem Reset-Thema Kreuze, Kronen, Fische, gehörnte Fabelwesen aber auch wortwörtliche Hinweise wie "Libertad". Titel wie "Mi vida es un caos", "Shine on you", "Play rewind" verweisen auf das Sinnstiftende außerhalb der Gemälde.

 

Seine Bildsprache und sein Duktus folgt Vorbildern wie Jean-Michel Basquiat und Julian Schnabel. Er entwickelt dabei jedoch seinen eigenen expressiven Malstil.

MÄRZ

FEELINGS ARE FACTS

LAUFZEIT 5. MÄRZ  BIS 26. MÄRZ 2016

 

 

Seit Ende 2014 widmet sich Janus Hochgesand der Malerei. In kurzer Zeit hat er einen großen Wandlungsprozess vollzogen, auf der Suche nach einer freien, gestischen Bildsprache. 

 

Der 1981 geborene Künstler hat Bildhauerei studiert. Zunächst an der Kunstakademie Karlsruhe bei Andreas Slominski, dann an der Städelschule in Frankfurt bei Tobias Rehberger, dessen Meisterschüler er war. Stipendien führten ihn unter anderem an die Esmeralda Escuela Nacional de Pintura, Escultura y Grabado in Mexico City und an die Cité Internationale des Arts in Paris. Seine installativen Plastiken zeigte er in mehreren Ausstellungen im In- und Ausland. 

 

Nun führte ihn sein künstlerischer Weg von den Objekten zur Malerei, vom Dreidimensionalen zur planen Fläche, vom Konzept zur freien Geste. Das Verbindende bleibt die Arbeit am Material, das Körperliche. In der Malerei experimentiert Janus Hochgesand mit ganz unterschiedlichen Materialien: Als Malgrund dienten zunächst Holzplatten, dann kamen Stoff und Plastikplanen dazu. Ölfarbe, Ölkreide, Lack, Spray und Kugelschreiber aber auch Tape und feinster Pigmentstaub wählt er als Bildmittel. 

 

Die meist großformatigen Gemälde entstehen in Schichtungen. Unterschiedliche Farbtöne und Materialien überlagern einander. Gespachtelte und mit den Händen auf der Holzplatte verteilte Ölfarbe wird von Graffiti-artigen Sprayspuren überdeckt, dann mit schwarzem Lack teilweise übergossen. Öl- und Acrylfarbe, Ölsticks, Lack und Spray agieren gemeinsam auf einer Fläche. 

 

Janus Hochgesand will Freiheit erleben in der Malerei. Er begibt sich beim Malen in einen Prozess, vertraut dem Geschehen. Seine Bilder sind das Ergebnis der spontanen Bewegung, von Aktion und Reaktion. Sie eröffnen Farbräume, thematisieren aber ebenso die Flächigkeit des Bildes und die medialen Bedingungen von Malerei. 

 

Das traditionelle Malerutensil, den Pinsel, legt er beiseite; die Leinwand häufig horizontal auf den Boden. Farbe wird mit Händen und Füßen verteilt, gespachtelt, gerakelt, geschüttet und auf den Malgrund geleert. Spray, Ölkreide oder Kuli setzen grafische, teilweise schriftähnliche Akzente im Bild. 

 

Janus Hochgesand untersucht die Eigenschaften der einzelnen Materialien, bringt Farbe in ganz verschiedenen Zuständen auf den Bildgrund: mal dick und pastos, mal lasierend, mal wässrig leicht oder auch als Farbstaub aufgesprüht. 

 

Unterschiedliche Kräfte und Gewichte kommen zusammen, sowohl hinsichtlich der Farbtöne als auch der Materialitäten. Zartes und Flüchtiges wie reiner Pigmentstaub wird von rohem, kantigem Tape kontrastiert. Verschiedene Farbwerte kompensieren einander. Gedeckte Erdtöne werden mit schrillen, markanten Akzenten kombiniert. 

 

Einige frühe Bilder sind gewaltige Farbexplosionen, einige neuere hingegen fragile Kompositionen auf Stoff. Die schwere, harte Holztafel, tauschte er gegen feinen, verformbaren Baumwollstoff ein. Das Haptische der Malerei kommt nun zunehmend zum Vorschein. Pigmente lassen Falten, Risse und Unebenheiten hervortreten. Zugleich bietet der Stoff mehr Flexibilität: die Bilder können auf Keilrahmen gespannt werden, aber auch als lose, bemalte Stoffe an die Wand gehängt oder auf den Boden gelegt werden. Dabei bleiben der Entstehungsprozess und die einzelnen Arbeitsschritte des Künstlers sichtbar. 

 

Janus Hochgesand gehört zu jener Generation junger Maler, die den Pfaden der abstrakten Expressionisten folgen und daraus ihre ganz eigene, autonome Bildsprache entwickeln. Historische Vorbilder, die er jedoch nie explizit thematisiert, sind Willem de Kooning und Joan Mitchell. Aber auch Positionen der aktuellen gestisch-abstrakten Malerei wie Joe Bradley und Oscar Murillo sind wichtige Inspirationsquellen. 

 

Bei allen möglichen Verweisen und Referenzen auf die jüngere Kunstgeschichte geht es ihm aber um eine Malerei von jetzt. Diese Frische und Gegenwärtigkeit strahlen alle Bilder von Janus Hochgesand aus.

 

Text courtesy of Jolanda Bozzetti

JANUAR - FEBRUAR

NO ONE KNOWS WHAT IT MEANS, BUT IT´S PROVOCATIVE

LAUFZEIT 21. JANUAR  BIS 20. FEBRUAR 2016

 

 

Mit einem konzeptionellen Ansatz, durch das aufgreifen von alltäglichen Erfahrungen, geprägt von Gegenständen des täglichen Lebens, des Vandalismus setzt Furs seinen Focus auf das tägliche Leben. Seine Arbeiten stehen in direktem Kontakt mit ihrer Umwelt und nutzen Erfahrungen aus dem Alltag des Künstlers als Ausgangspunkt.

 

Oft wird mit Hilfe absurder Spielstrategien, Be-Deutung, Kontext und Ordnung ständig neu beleuchtet. Das Spiel birgt seine eigenen Regeln, die sich im Laufe des Spiels ändern, wie Gegebenheiten, Sachverhalte und Wahrheiten unterziehen sie sich einem ständigen Wandel die das Spiel zu einer ernsthaften Angelegenheit werden lassen in dem die Wahrnehmung eine

wichtige Rolle spielt.

 

Verwirrung durch Manipulation der Zuschauer, auf dem Gedanken basierend das gegenwärtig entwickelte, im Augenblick der Manifestation prompt in Frage zu stellen. Fehler werden bewusst wiederholt, falsche Verbindungen geknöpft, sichtbar gemacht und verdeutlicht. Anhand von Wiederholungen, Variationen und Kreuzungen versucht Furs Arbeiten zu generieren, ohne von der kunstgeschichtlichen Wirklichkeit beeinflusst und zugleich tief in ihr verwurzelt zu sein, eine eigene eigenständige Sprache zu finden, und zu erkennen was der eigentliche Kern einer Gegensätzlichkeit sein könnte, die sich durch unterschiedliche Deutung ergeben.

 

Furs arbeitet zu jedem Anlass den Charakter einer Ausstellung aufs Neue heraus, mit der Absicht, Hinweise und Ideen die in die Arbeit einfließen, ein stückweit neu zu erfinden und weiter zu entwickeln. Manchmal mögen die Arbeiten einen eigenwilligen und stumpfen Anschein erwecken, manch andere wirken wie ein typisches Nebenprodukte der Überflussgesellschaft oder Pop-Kultur.

 

Seine Arbeit ist offensichtlich, mit geistiger Trägheit, Klischees und schlechten Witzen gesättigt. Sie ist die Reflexion über die Kunst per se: Sie hinterfragt zwangsläufig die tiefere Bedeutung die aus der oberflächlichen Ästhetik eines Bildes abgeleitet wird, gründlich selbstreferenziell, aber nicht weniger ästhetisch ansprechend und daher tief in der Geschichte der Moderne verwurzelt. Kunst ist Entertainment: Die Interaktion mit der Arbeit ist wichtig, Furs will den Betrachter als Teil der Kunst verstanden wissen, als eine Art Mehrkomponente. Durch solche Situationen, die Dynamik zwischen Publikum und den Arbeiten, bricht die Passivität des Zuschauers.

 

 

 

Vita